Sich engagieren und da sein
Ohne engagierte Ehrenamtliche ist die ambulante Hospizarbeit nicht denkbar. Es braucht Mut, sich auf dieses besondere Ehrenamt einzulassen – zugleich kann es viele sinnstiftende und bereichernde Erfahrungen schenken.
Wenn Sie Zeit mitbringen, Freude am Umgang mit Menschen haben, den Lebensweg anderer respektieren und bereit sind, sich mit den Themen Tod und Sterben auseinanderzusetzen, könnte dieses Ehrenamt gut zu Ihnen passen.
Wir bieten Ihnen:
- einen qualifizierten Vorbereitungskurs nach den Rahmenempfehlungen des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV)
- Begleitung durch unsere Koordinatorinnen
- regelmäßige Gruppentreffen, Fortbildungen und Supervision in vertrauensvoller Atmosphäre
Haben Sie Fragen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – wir freuen uns auf ein unverbindliches erstes Gespräch.
Persönliche Einblicke
Der Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung – auch eine Reise zu mir selbst
Ein Erfahrungsbericht von Frauke Walter
Wenngleich meine Anmeldung für den Vorbereitungskurs „Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung“ sehr spontan war, habe ich mich schon lange mit dem Thema auseinandergesetzt. Eigentlich ist es mir in den letzten Jahren immer wieder „vor die Füße“ gefallen.
Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, an dem mir klar wurde, wie viel Glück ich in meinem Leben schon hatte: Ich bin gesund, habe Familie und Freunde an meiner Seite und darf einen Beruf ausüben, der für mich Berufung ist – Dinge, die nicht selbstverständlich sind. Auch aus diesem Grund wuchs in mir der Wunsch, etwas zurückzugeben – dem Leben und Menschen, die Hilfe benötigen.
Das erste Kennenlern-Wochenende habe ich besonders intensiv in Erinnerung. Unsere Grupp...
Der Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung – auch eine Reise zu mir selbst
Ein Erfahrungsbericht von Frauke Walter
Wenngleich meine Anmeldung für den Vorbereitungskurs „Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung“ sehr spontan war, habe ich mich schon lange mit dem Thema auseinandergesetzt. Eigentlich ist es mir in den letzten Jahren immer wieder „vor die Füße“ gefallen.
Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, an dem mir klar wurde, wie viel Glück ich in meinem Leben schon hatte: Ich bin gesund, habe Familie und Freunde an meiner Seite und darf einen Beruf ausüben, der für mich Berufung ist – Dinge, die nicht selbstverständlich sind. Auch aus diesem Grund wuchs in mir der Wunsch, etwas zurückzugeben – dem Leben und Menschen, die Hilfe benötigen.
Das erste Kennenlern-Wochenende habe ich besonders intensiv in Erinnerung. Unsere Gruppe war bunt gemischt: zehn Frauen im Alter zwischen Anfang 30 und Ende 60. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich jede einzelne von ihnen kennenlernen durfte und dass sie mich haben teilhaben lassen an ihren Lebenserfahrungen, ihrem Glauben, ihren Erwartungen und ihrer Motivation, Menschen in der letzten Phase ihres Lebens zu begleiten. Ich hatte von da an das Gefühl, mich in einem „geschützten Raum“ zu bewegen, und habe mich auf jedes weitere Treffen gefreut.
Nähe, Distanz, Kommunikation, Selbstfürsorge, Trauer, Spiritualität oder die eigenen Grenzen kennenlernen – um nur einige der Themen zu nennen. Mir wurde schnell klar, weshalb die Bereitschaft und Fähigkeit, sich anderen zu öffnen, eine wichtige Voraussetzung für dieses Amt ist. Gruppenarbeiten, Rollenspiele und Übungen gaben Gelegenheit, sich intensiv mit sich selbst in verschiedenen Situationen und Themen auseinanderzusetzen. Aber auch praktisches Wissen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, Pflegetipps und Bestattungskultur wurden anschaulich vermittelt.
Rückblickend kann ich sagen: Der Vorbereitungskurs war für mich eine große Bereicherung. Ich habe sehr viel gelernt – über das Leben, den Tod, den Umgang mit Gefühlen und nicht zuletzt über mich.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei den beiden Koordinatorinnen der Hospizgruppe, Petra Vogt und Birgit Wonderschütz, bedanken: „Ihr habt dieser besonderen Erfahrung in meinem Leben den angemessenen Rahmen gegeben, habt im richtigen Moment nachgefragt, habt zugehört, mit uns gelacht, geweint und wart für uns da.“
Abschließen möchte ich mit einem Zitat, das ich im Vorbereitungskurs kennengelernt habe und das mir sehr ans Herz gewachsen ist:
„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“
Cicely Saunders
Meine erste Begleitung
Ein Erfahrungsbericht von Reinhard Krutz
Kurz nach Beendigung des Vorbereitungskurses, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen jungen Mann zu begleiten. Etwas ängstlich bin ich dann zum Lukas-Krankenhaus nach Bünde gefahren und habe ihn auf der Palliativstation besucht. Wir waren uns sympathisch und haben es miteinander versucht. Als er von der Palli nach Hause entlassen wurde, bin ich anfangs immer am Mittwoch nach der Arbeit zu ihm gefahren. Wir haben uns vorsichtig kennengelernt. Er hat mir von seiner Gehbehinderung erzählt, die er seit Geburt hat und von seiner Ausbildung. An manchen Tagen haben wir auch nur Fernsehfilme angesehen, fast ohne Worte. Da bin ich schon mal ins Grübeln gekommen, ob ich alles „richtig“ mache oder nicht. An einem anderen Tag haben wir zusammen stundenlang „Neue Deutsche Welle“ gehört. Das...
Meine erste Begleitung
Ein Erfahrungsbericht von Reinhard Krutz
Kurz nach Beendigung des Vorbereitungskurses, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen jungen Mann zu begleiten. Etwas ängstlich bin ich dann zum Lukas-Krankenhaus nach Bünde gefahren und habe ihn auf der Palliativstation besucht. Wir waren uns sympathisch und haben es miteinander versucht. Als er von der Palli nach Hause entlassen wurde, bin ich anfangs immer am Mittwoch nach der Arbeit zu ihm gefahren. Wir haben uns vorsichtig kennengelernt. Er hat mir von seiner Gehbehinderung erzählt, die er seit Geburt hat und von seiner Ausbildung. An manchen Tagen haben wir auch nur Fernsehfilme angesehen, fast ohne Worte. Da bin ich schon mal ins Grübeln gekommen, ob ich alles „richtig“ mache oder nicht. An einem anderen Tag haben wir zusammen stundenlang „Neue Deutsche Welle“ gehört. Das war ein toller Nachmittag und wir haben viel zusammen gelacht. Ab und zu gab es ernste Gespräche über seine Krebserkrankung und Hoffnung auf Heilung, aber nie über den Tod. In dieser Zeit war ich mir sehr unsicher, ob er überhaupt wusste, dass er bald sterben wird.
In dieser für mich schwierigen Lage, konnte ich glücklicherweise meine Koordinatorin anrufen, die mir sehr geholfen hat, mit dieser Situation fertig zu werden. Es gab Tage, an denen war ich nicht so gut drauf und es fiel mir schwer zu ihm zu fahren. Spätestens auf dem Nachhauseweg war ich froh darüber, bei ihm gewesen zu sein.
Ich habe ihm nur meine Zeit geschenkt, seine Dankbarkeit darüber war riesengroß und in manchen Situationen hat er mir das auch in seiner besonderen Art und Weise gesagt. Am Ende seines Lebens durfte ich bei ihm sein und genau das miterleben, vor dem ich die meiste Angst hatte: Dem Sterben. Es war schon schwierig, bis zuletzt bei ihm zu sein. Aber es war okay für mich und so manches Mal, wenn ich an ihn denke, weiß ich, dass er mir mehr gegeben hat als ich ihm.
Danke
Häufige Fragen
Im Durchschnitt ist ein Einsatz von etwa 2–3 Stunden pro Woche wünschenswert.
Der Kurs umfasst ca. 100 Unterrichtseinheiten. Er findet in der Regel dienstags von 17:00 bis 20:00 Uhr statt und erstreckt sich über etwa sechs Monate.
Der Vorbereitungskurs ist kostenlos und verpflichtet nicht zu einer späteren Mitarbeit.
Sie interessieren sich für das Ehrenamt, sind aber noch unsicher? Viele Fragen lassen sich bereits in einem ersten Gespräch klären. Auch der Vorbereitungskurs bietet Raum, um für sich zu prüfen, ob dieses Engagement das Richtige ist.
Nein. Unser Angebot richtet sich an Menschen unabhängig von Religion oder Weltanschauung. Offenheit, Respekt und die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Lebensentwürfe einzulassen, sind eine Voraussetzung für die Mitarbeit.
Nein. Für die ehrenamtliche Mitarbeit sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Sie werden im Vorbereitungskurs umfassend auf Ihre Aufgabe vorbereitet.
Ja. Sie werden durch unsere Koordinatorinnen kontinuierlich begleitet. Zudem bieten regelmäßige Treffen, Fortbildungen und Supervision Raum für Austausch und Unterstützung.
Ihre zeitlichen Möglichkeiten werden bei der Planung berücksichtigt. Einsätze erfolgen immer in Absprache mit Ihnen.
Diese Arbeit kann herausfordernd sein. Deshalb ist uns eine gute Begleitung besonders wichtig. In Gesprächen, Gruppentreffen und Supervision haben Sie Raum, Erlebtes zu reflektieren und Unterstützung zu erhalten. Darüber hinaus stehen Ihnen unsere Koordinatorinnen jederzeit als Ansprechpartnerinnen zur Seite.
Ja. Während Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sind Sie über die Hospizgruppe haftpflicht- und unfallversichert.